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5. Besiegelt

Nur einen Tag lass ich ihn zappeln, bevor ich mich hinsetze und demütige Zeilen verfasse. „Ja – ich möchte dir dienen und dir eine gute Sub sein.“ Der Startschuss. Es ist Freitagnachmittag und seine erste Anweisung lautet: Übe dich in Keuschheit. WHAT? Ich muss mich verlesen haben! So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt. Meiner liebreizenden Antwort im Sinne von „Vielen lieben Dank mein Herr für deine so wohlüberlegte, fürsorgliche Aufgabe“ ist die Ironie nicht zu übersehen. Ich sehe ihn regelrecht vor mir, wie er in sich hineinlächelt. Dreckskerl ^^ Aber okay – ich will ja nicht gleich meine erste Aufgabe als Sub verweigern und ich bin eisern. Das ganze Wochenende über. Das Thema Selbstbefriedigung und Orgasmuskontrolle wird übrigens später noch zu einem ziemlich roten Tuch zwischen uns, wo es dann auch mal richtig knallte. Darüber möchte ich aber an anderer Stelle schreiben. Immerhin war ich mir sicher, dass er meine zuvor definierten NoGo’s und Grenzen einhalten würde. Auf der Liste stand eben auch längere Keuschheit. Oh ja – ihr habt euch nicht verlesen. Es gibt aber einen Grund dafür. Ich kam zu dem Zeitpunkt aus einer 3-jährigen Sex-Hungerphase. Ich befinde mich nämlich in einer überaus glücklichen, aber leider nahezu sexlosen Ehe und bei dem Thema verstand ich daher keinen Spaß und wenn ich meinen Mann schon betrog, dann wollte ich zumindest auf meine Kosten kommen. Außerdem: so wahnsinnig viel stand ansonsten nicht auf den Listen (wobei diese nicht das Recht auf Vollständigkeit besaßen, wie ich auch deutlich betonte). Ich war der Meinung, es gibt genügend andere Dinge, die er mit mir anstellen konnte.

Was mich zu der Zeit allerdings sehr beschäftigte war, ob wir sexuell auch so gut zusammenpassen würden. Ich weiß, dass diese Gedankengänge nicht so ganz Sub-like sind. Aber ich wollte jemanden, der mich auch echt befriedigen konnte. Das war irgendwie noch so eine letzte Hürde, bevor ich mich ihm völlig hingab. Ich mein, das weiß man ja erst hinterher. Komischerweise schien es ihm irgendwie ähnlich zu gehen (oder er konnte Gedanken lesen). Bei unserem nächsten Treffen schliefen wir miteinander. 2 Mal. Beziehungsweise einmal hab ich ihn mit dem Mund verwöhnt. Natürlich war in seiner Gegenwart immer ein Machtgefälle spürbar, aber so richtig „Session“ würde ich es nicht nennen, zumindest rückblickend nicht. Eher eine Art Aufwärmübung. Ein Kennenlernen wie im Café, aber auf sehr intimer Ebene. Eigentlich hatten wir fast normalen Sex, der aber trotzdem nicht weniger berauschend war, wie ich finde. Und ein Mann, der 2 Mal kann?? Wow! Den sollte ich mal schön bei Laune halten. Den Sex in dieser Form hatten wir aber nur dieses eine Mal. Es besiegelte unsere DS-Beziehung und machte den Weg frei in eine wesentlich intensivere Richtung.

Wir verständigten uns natürlich auch über das Safeword. Er hat einfach meinen Vorschlag angenommen. Wir spielen nach dem Ampelsystem, wobei Gelb bedeutet, er nähert sich der Grenze und Rot, bitte mit der Aktion aufhören, die Session kann aber weitergehen, keine Absturzgefahr. Zusätzlich haben wir ein echtes Abbruchwort, wo die Session sofort beendet werden soll.

Hochsicherheitstrakt – ich weiß, wahrscheinlich kam da der Kontroll-Freak in mir durch *grins* aber irgendwie gab es mir ein Gefühl von Sicherheit, so dass ich gelassen in die Sessions reingehen konnte, gerade wo ich doch blutige Anfängerin war. Er hat mich gewähren lassen und auch auf mich vertraut, dass ich ihn nicht mit dem ständigen Benutzen dieser Wörter zu lenken versuche.

Bisher hab ich jedenfalls noch keines der Wörter ausgesprochen und würde er mir heute vorschlagen, ohne Safeword zu spielen (was allerdings gar nicht zu ihm passt) würde ich es wahrscheinlich sogar tun. Denn er agiert wirklich wahnsinnig umsichtig und sehr vorsichtig.

Mir war relativ schnell klar, dass ich von uns beiden stets die Forderndere bin. Ich war diejenige, die nach MEHR lechzte, die es gar nicht erwarten konnte, geschlagen und gedemütigt zu werden, immer mehr und tiefer in diese spannende Welt abzutauchen – mit diesem Herrn, der mich so faszinierte und der so eine unerklärliche Macht über mich hatte. Ich habe regelrecht darum gebettelt, gefleht. Er hatte es ja im Vorfeld bereits gesagt, aber die Erkenntnis, dass ich in den ersten Sessions tatsächlich nicht damit zu rechnen brauchte, gefesselt zu werden, ernüchterte mich ein wenig – wenngleich es mein Vertrauen in ihn immer mehr stärkte. Trotzdem dachte ich zwischenzeitlich darüber nach, ob es nicht klüger gewesen wäre, ein „Beschleunigungswort“ zu vereinbaren.

Als ich ihn mal absichtlich provozieren will, um ihn etwas aus der Reserve zu locken (was irgendwie nicht funktioniert hat) fragt er mich direkt, ob es mir zu langsam vorangeht. Puh…durchschaut. Ich überlege… Eigentlich ja SOWAS VON! Aber andererseits: kann es denn wirklich so verkehrt sein, wenn ich nach jedem Treffen überglücklich MEHR von haben will? Ich sehe ein, dass es gut ist, wie es ist und gebe mich geschlagen. Dieser Punkt geht an ihn.

Er ist eben nicht der Typ, der seine „Beute“ wie ein Tiger ergreift und zu Boden schleudert sobald man nahe genug dran ist. Es ist eher…hmm… wie bei diesem Anglerfisch in der Tiefsee (kennt ihr Findet Nemo?). Dieser ködert seine Beute mit einem Lichtpunkt, den er hin und her schwenkt. Die kleinen Fischleins sind so fasziniert von diesem warmen, hellen Licht, dass sie wie magisch angezogen werden – sieht es doch auch so unschuldig aus. Dann irgendwann geht die Klappe zu! Hehe… An dieser Stelle möchte ich mich bei meinem Herrn, falls er das je lesen sollte, ganz demütig entschuldigen, dass ich ihn mit diesem hässlichen Tiefseemonster verglichen habe. Ich brauchte es lediglich für mein Gleichnis. Ich überlege grad, ob der Vergleich mit einer Würgeschlange nicht ähnlich treffend wäre, allerdings gibt es wohl nichts, was einen auch nur freiwillig in die Nähe eines solchen Tieres treibt.

25.7.17 22:31
 
Letzte Einträge: 2. Schriftwechsel, 3. Vertrauen, 4. Sehen, 7. Waldgeräusche


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


gebsy (1.8.17 20:52)
"übe Dich in Keuschheit" ist wirklich eine Heraus(Über)-Forderung; hier betreten wir geistigen Raum und dürfen uns eingestehen, aus eigener Kraft nicht bestehen zu können.
Habe ich das richtig formuliert?
Unsere Sehnsucht braucht eine Lösung - ob es Befriedigung oder Befreiung ist, bestimmt unser TUN ...

gebsy

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