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4. Sehen

Den Treffpunkt hat er vorgeschlagen. Eine kleine Bäckerei mit angeschlossenem Café, wo man auch bisschen für sich war. Er wollte, dass ich mich gut fühle, wollte nicht, dass das Treffen durch Unsicherheit oder irgendwelche Ängste überschattet wird. Er fragte also, ob der Ort für mich in Ordnung sei und dass wir uns auch an einem belebteren Ort treffen könnten, wenn es mir lieber wäre. Ich verneinte, denn das kleine Café war so ziemlich genau das, was mir ebenfalls vorschwebte (eine von vielen Übereinstimmungen unserer beider Vorstellungen, die sich auch später noch zeigten).

Natürlich kann man das alles noch viel safer machen. Aber ehrlich gesagt war es für mich öffentlich genug. Ich fühle mich in einer Shopping-Mall jetzt nicht unbedingt sicherer. Covern ging bei mir ja auch nicht, aber unabhängig davon hätte ich es für ein Kaffeetrinken auch nicht in Anspruch genommen. Wenn er vorhat, mich mit ner Waffe zu entführen, hab ich glaub ich sowieso schlechte Karten, egal ob Shopping Mall, Café oder Cover. Hilft dann vielleicht höchstens schneller meinen Mörder zu finden. Eine Sicherheit hatte ich dann aber doch vorbereitet. Eine kleine Datei auf meinem Desktop mit allen Angaben von ihm, die ich bis dato zusammentragen konnte + der gesamte Gesprächsverlauf sowie seinen Nick und auf welchem Portal er angemeldet war und zu welchem Datum. Hätte mir jetzt wohl nicht das Leben gerettet, aber ich hatte das Gefühl, etwas in der Hand zu haben.

Ein paar Minuten vorher traf ich am Treffpunkt ein und blieb in meinem Auto. Ich wollte erst mal versteckt beobachten. Kurz darauf sah ich ein Auto einkehren mit entsprechendem Kennzeichen – er parkte 3 Plätze vor mir und stieg aus. Ich sah einen großgewachsenen, gut gekleideten, adretten Mann. Irgendwie ein bisschen anders als auf den Fotos, aber weder schlechter noch besser. Er sah sich um, wirkte aber ruhig und souverän und ging Richtung Eingang des Cafés. Ich stieg aus und kam ihm entgegen. Ein Lächeln - wir begrüßen uns. Die Situation ist etwas unbeholfen. Ich merke, dass er auch aufgeregt ist. Er wirkt aber nicht schüchtern. Wir gehen rein und setzen uns über Eck an einen kleinen Tisch.

Ich muss gestehen, ich war etwas überfordert und zugleich latent überwältigt von seiner Präsenz. Meine Schüchternheit stört ihn nicht, aber ich merke seine Unsicherheit, auch wenn er diese gekonnt überspielt. Sicher wäre sie nicht jedem aufgefallen, aber für mich ist das kein Zeichen von Schwäche. Es zeigt, dass er sich jetzt nicht tagtäglich mit fremden Frauen trifft, das finde ich grundsätzlich positiv. Später erzählt er mir mal, dass er Probleme hatte mich zu lesen und daher nicht wusste, ob ich angetan war oder am liebsten schreiend weggelaufen wäre.

Wir unterhalten uns viel, erst einigermaßen locker (so locker es eben in solch einer Situation geht). Dann irgendwann merke ich, wie der Dom in ihm zum Vorschein kommt. Dieser Blick, mit dem er mich fixiert. Es ging mir durch Mark und Bein. Die Sub in mir erwachte. Hatte ich ernsthaft daran gezweifelt, mich ihm nicht unterwerfen zu können? OK – das war aber mal sowas von daneben. Ich werde ganz ruhig, unfähig noch einen Ton herauszubringen. Er greift nach meiner Hand und streichelt meinen Arm. Danach geht er langsam auf Wanderschaft. Ganz sanft, aber unbeirrbar. Zwischendurch fragt er mich, ob alles in Ordnung sei und er etwas mache, was ich nicht will oder mir unangenehm ist. Ich schüttel den Kopf und sage ihm ganz ehrlich, dass er es definitiv mitbekommt, wenn ich etwas nicht wollen würde. Er scheint beruhigt und setzt seine Erkundung fort. Er berührt meine Knie und der Gedanke, der ihm dabei kam huschte eine Zehntelsekunde über sein Gesicht. Dann wandert seine Hand immer höher zwischen meine Beine. Mein Herz galoppiert, als er sein Ziel erreicht hat. Zum Glück hatte ich eine Hose an. Es wäre mir ziemlich unangenehm gewesen, wenn er meine verräterische Nässe hätte fühlen können. So willig wollte ich mich ihm eigentlich nicht schon beim ersten Treffen zeigen. Dann streift er an meiner Hüfte vorbei, fast nicht spürbar an der Brust entlang und spielt mit meinen Haarspitzen. Er wandert weiter und ich spüre seine warme, feste und zugleich sanfte Hand an meinem Nacken. Er greift in meine Haare. Ich unterdrücke ein Stöhnen und schreibe eine Gedankennotiz an meinen Körper, er solle doch in Zukunft besser auf mich hören! Noch immer fixiert er mich mit seinem Blick. In seinen Augen lodert ein dunkles Feuer. Ich sehe Hunger und Begehren und einen wunderschönen Abgrund. Ich rutsche wie in eine Parallelwelt. Später schreibt er mir wie geil er es fand, zu sehen, wie ich unter seiner Hand der Lichtwelt entglitt.

Wir küssen uns. Ich finde es ja schwer, einen Kuss objektiv als gut oder schlecht zu bezeichnen, weil es ja auch damit zusammenhängt, wie man selber gerne küsst. Aber für mich war es einer der besten und heißesten Küsse überhaupt. Er gibt mir ohne meine Gedanken gekannt zu haben eine ganz ähnliche Rückmeldung. Also auch in diesem Punkt: Übereinstimmung! Interessanterweise wird das Küssen bei uns später wie ein Ritual, mit dem er mich ziemlich sicher in den Sub-Modus katapultieren kann.

Wir kamen so langsam ans Ende des Treffens, welches von vornherein ein zeitliches Limit hatte (so hatte ich das damals schon beim Online-Dating gehandhabt und war immer gut damit gefahren). Wir reden wieder über normale Themen. Mein Herzschlag beruhigt sich langsam. Dann seine Frage. Er möchte wissen, was mein Gefühl ist, also ob ich seine Sub werden möchte. Ich zögere. Bei so ziemlich allen wichtigen Entscheidungen halte ich es so: einmal drüber schlafen. Ich bin unsicher und sage ihm: „Ich weiß es nicht.“ Ich frage ihn, was denn passiert, wenn ich jetzt „Ja“ sage. Er antwortet, dass wir uns dann als nächstes über Grenzen und NoGo‘s unterhalten werden und wie wir mich mittels Safeword absichern (am Ende ja auch eigentlich ihn ^^). Ach so! Irgendwie hatte ich den irrsinnigen Gedanken, dass er mich bei einem Ja sofort auf die Toilette schickt, damit ich mein Höschen ausziehe. Ich bin erleichtert und verdränge den leichten Anflug von Enttäuschung.

Ich sage ihm selbstbewusst, dass ich es ihn wissen lasse und bin überrascht, dass es ihm so gar nichts ausmacht. Er ruht in sich. Ein gutes Zeichen! Schon jetzt liebhasse ich seinen selbstsicheren Ausdruck und das leichte seine Lippen umspielende Lächeln, mit dem er mir zu verstehen gibt: Du gehörst sowieso schon mir!

25.7.17 22:26
 
Letzte Einträge: 2. Schriftwechsel, 3. Vertrauen, 5. Besiegelt, 7. Waldgeräusche


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